Benvenuti a Perugia!

21Juli2013

Am Schönsten ist es immer noch daheim.

Naja. Als mein Flugzeug am 14. Mai mittags in Frankfurt am Main landete und mir die Außentemperatur 15 Grad anzeigte, ich muss zugeben, da stiegen mir die Tränen in die Augen. 
Als ich mich die folgenden zwei Wochen so durch Offenbach zitterte, konnte ich mich einfach nicht an den Gedanken gewöhnen, in Deutschland zu bleiben. Das war wohl der größte Kulturschock meiner gesamten Reise. Zum ersten Mal seit acht Monaten hatte ich mein eigenes Zimmer, musste nicht für die Dusche anstehen und konnte den Luxus eines Zebrastreifens genießen. Vergangen war aber auch die Zeit der Strände, Wasserfälle und täglich neuen Bekanntschaften. Nach einigen Tagen wünscht man sich, man könnte den Luxus zurückgeben und gegen ein paar weitere, außergewöhnliche Erfahrungen eintauschen.

Also bin ich nicht mehr in Deutschland, zu weit entfernt aber auch nicht. Seit bald zwei Monaten wohne ich in Italien. Hier in Perugia mache ich einen Italienischkurs an der Ausländeruniversität. 

Università per Stranieri di Perugia

Marlene und ich sind in ein kleines zwei-Zimmer Apartment gezogen. Es ist nicht meine erste Wohnung, wenn man das kleine Haus in Tully in Australien mitrechnet, in dem ich einen Monat lang mit fünf anderen Backpackern wohnte, aber es ist immerhin die erste eigene Wohnung, in der ich mein Zimmer ganz für mich habe. 

Unsere Küche Der Blick aus unserem Fenster

Perugia liegt in Umbrien, etwa in der Mitte Italiens. Von hier aus lässt sich Italien hervorragend an den Wochenenden bereisen und entdecken, unter anderem San Marino, die älteste bestehende Republik der Welt. 

San Marino Unterwegs in San Marino

Blick auf Italien von San Marino aus

In Pisa mussten wir uns erst einmal durch die Touristenmassen kämpfen, um einen Blick auf den berühmten Turm erhaschen zu können.

Auch Luca, eine Stadt nahe Pisa, die nicht ganz so von Urlaubern überflutet wurde, fanden wir wunderschön.

Hinein in die Altstadt Lucas

Und dann war da natürlich noch die Stadt, um die man in Italien einfach nicht herum kommt.

Am Colosseum in Rom

Italien ist so nah an Deutschland und doch sind Italiener so ganz anders als Deutsche. Es wird mehr mit den Händen geredet, mehr geschrien, mehr impulsiv gehandelt. 
Meine Zeit hier läuft langsam ab. Aber mein Hunger auf neue Kulturen ist immer noch nicht gestillt. Warum auch? Es gibt noch so viel zu entdecken. 

Das Ende

14Mai2013

Bangkok gilt spätestens seit Hangover 2 als die verrückteste Stadt Asiens. Erst nachts erwachen die Straßen richtig zum Leben. Auf der berühmt-berüchtigten Koa San Road lauern Ladyboys, Tättowierer und Stripclubpromoter betrunkenen Touristen auf und überall fließt der Alkohol in Strömen. 
Wir verbrachte nur eine Nacht in Bangkok und nahmen das nächste Flugzeug in den Süden, um mit der Fähre nach Ko Phangan zu fahren, der Heimat der fulminanten "Full Moon Partys". Zum Glück hatten wir den letzten Vollmond verpasst, denn die Full Moon Partys gelten als relativ gefährlich. Wir wurden vor Schlägereien und besonders vor K.O. Tropfen gewarnt.
Stattdessen feierten wir mitten im Dschungel auf der etwas weniger berüchtigten "Half Moon Party".
Bemalt mit Neonfarben tanzten wir bis zum Morgen

Koh Pangan ist die richtige Insel für Partyliebhaber. So gut wie jeden Abend gibt es Events an den unglaublichsten Orten. In unserer Zeit auf der Insel feierten wir im Dschungel, auf einem Boot und in einer Bar auf einer Klippe über dem Meer. 
Tagsüber lehnt man sich hier besser zurück und genießt einen kühlen Wassermelonenshake am Strand.

 

Nur schweren Herzens verließen wir Ko Phangan und unsere neu gewonnenen Freunde, um auf Ko Tao unseren Tauchschein zu machen.
In drei Tagen vom Nichtskönner zum Open Water Diver und schon plane ich Urlaube an anderen berühmten Tauchspots der Erde.


Zu erschöpft von täglichem Unterricht, stundenlangem Schwimmen, Tauchen und begeistert sein, fielen wir jeden Abend schon früh in die Betten.

Nach einer kurzen Rückkehr nach Ko Phangan mussten wir uns leider wieder auf den Weg machen – zurück nach Bangkok, um unseren Flug am 14. Mai nach Hause zu nehmen.

Nach knapp zwei Monaten lässt sich ganz klar zusammenfassen: Zwei Monate sind zu kurz. Ein Tag ist zu wenig für Angkor Wat in Kambodscha, zwei Wochen sind definitiv zu wenig um ganz Vietnam zu bereisen, nur eine Woche Zeit für Laos zu haben und daher den ganzen Süden des Landes zu verpassen ist einfach nur traurig und nur die Inseln Thailands zu erkunden und dadurch das ganze Festland und die Tiger im Norden nicht zu sehen macht alles noch viel schlimmer.

Durch Asien zu reisen ist ein wahres Abenteuer. Es ist ansteckend. Nicht einen Backpacker haben wir getroffen, den nicht die Reiselust gepackt hatte. Keiner will aufhören. Was will ich als nächstes sehen? Afrika? Neuseeland? Südamerika? So viele Länder und Kulturen, die nur darauf warten von uns entdeckt zu werden.

Das ist nicht das Ende. 

Im Märchenland

30April2013

Laos – wunderschön trotz fehlendem Meer.

Nach 30 Stunden im Schlafbus erreichten wir Luang Prabang, eine alte französische Kolonialstadt, die uns sofort für einige Tage gefangen nahm. Nach wochenlangem Reisen durch dreckige, durch Kamikazeverkehr bestimmte Städte schien uns Luang Prabang, das 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde, wie das Paradies. 

Restaurant mit Blick auf den Mekong

An jeder Ecke erheben sich Tempel, einer größer und prachtvoller als der letzte. Morgens versammeln sich Bewohner und Touristen, um der Prozession von Mönchen, die durch die gesamte Stadt zieht, Gaben darzubieten. Luang Prabang hat etwas märchenhaftes, ruhiges.

Wem das nicht abenteuerlich genug ist, mietet sich einen Roller und erkundet die umliegenden Wasserfälle. Wer es nicht tut, verpasst einige der schönsten Wasserfälle Asiens.

Marlene schwingt sich ins kühle Nass Achtung vor Ziegen auf dem Weg

Erst mal durch den Dschungel kämpfen

Ich hatte das Glück, hier auch in meinen Geburtstag hineinfeiern zu können - in dieser wunderschönen Stadt, in der die einzige Bar um halb zwölf schließt. Um Mitternacht nicht in unserem Zimmer verbringen zu müssen, verschlug es Marlene, mich und unseren neuen deutschen Freund Thomas in eine Bowlingbahn, die als einzige Alternative für alle Feierwütigen in Luang Prabang gilt.

Ein spontanes Geburtstagsständchen von Thomas (ganz rechts) und ein paar vollkommen Unbekannten

Das beste Geburtstagsgeschenk an meinem 20. Geburtstag: Ein Mahout (sprich Elefantenreiter) Training. Von mir an mich. Ich, die ich mich sowohl auf Pferden als auch auf Kamelen oder Eseln durchaus fehl am Platz fühle, saß sicher im Nacken eines asiatischen Dickhäuters. Wir lernten nicht nur das Reiten, sondern gingen auch mit unseren sanften Riesen im Fluss baden. 

Kopf schrubben steht bei Elefanten besonders hoch im Kurs Dem Elefant gefällt's

Meinen Elefanten mit Wasser spielen zu sehen und vor Freude töröten zu hören war ein Geburtstagsgeschenk, das nächstes Jahr schwer zu toppen sein dürfte.

Nach vier Tagen Entspannung und Wasserspaß schulterten wir unsere Rucksäcke und machten uns auf den Weg nach Vang Vieng. Nach der beeindruckenden Architektur in Luang Prabang mussten wir den Kulturschock in Vang Vieng erst mal verkraften. Die Stadt kann nicht mit Tempeln und Kolonialbauten aufwarten, ist dafür aber als die Partystadt in Laos schlechthin bekannt.
Berühmt ist Vang Vieng für das "Tubing" (in einem Autoreifen sitzend den nahegelegenen Fluß Nam Xong runterschippern). Am Ufer des Flusses stehen Bars, um den Alkoholpegel der Touristen stetig auf einem guten Level zu halten. Im Jahr 2011 starben laut offiziellen Angaben 22 Urlauber. Als Folge daraus wurden 24 Bars geschlossen. Als wir uns in die Reifen schwangen, waren nur noch 3 Bars übrig.
 

Obwohl Laos und vor allem auch die Laoten uns sehr gefielen, machten wir Pläne, so schnell wie möglich nach Bangkok durchzufahren, um vor unserem Rückflug noch etwas Zeit auf Thailands Inseln verbringen zu können.

Die Entscheidung war nicht falsch, denn in unseren zwei Stunden Zwischenstopp in Vientiane entpuppte sich die laotische Hauptstadt als relativ öde.
Spannender war da schon eher der Markt, an dem unser Fahrer kurz Pause machte, um zu Mittag zu essen.

Ein paar Maden gefällig? Oder eine Ratte? Roh oder.. ...gegrillt?

An der laotisch-thailändischen Grenze stiegen wir schließlich in den Nachtzug nach Bangkok.

Im Land der Hundefresser

20April2013

Die Menschen in Vietnam sind definitiv unfreundlicher als die in Kambodscha. Aber das ist nicht ihre Schuld, man kann einfach nur grimmig und unzufrieden werden, wenn man so eine harte, laute Sprache spricht. Telefonierende Vietnamesen rissen uns in Reisebussen regelmaessig mit lautem Geschrei aus dem Schlaf. Vermutlich unterhielten sie sich nur ueber das Abendessen, auch wenn wir von Mord und Totschlag ausgehen mussten.

Unsere Vietnamreise begann in Saigon, das mittlerweile eigentlich Ho-Chi-Minh-Stadt heisst, aber selbst die meisten Einheimischen nennen es noch Saigon. Diese Stadt hat mich verzaubert wie keine andere bisher in Asien. Wiedermal ist es eine grosse Stadt, die mich in ihren Bann reisst. Saigon ist riesig und voll. An jeder Ecke gibt es Strassenstaende mit winzig kleinen Plastikstuehlchen. Obwohl es hier viel Tourismus gibt (Reisende machen Ausfluege ins Mekong Delta oder sehen sich das Kriegsmuseum an, das mit einer ausgezeichneten, wenn auch etwas propagandistischen Ausstellung aufwarten kann), trafen wir in keiner anderen Stadt auf so viele Backpacker, die ihre Reisen unterbrochen hatten, um zu bleiben und zu arbeiten. Als Englischlehrer, zum Beispiel.

Leider wurde uns in unserem Hostel und von freundlichen Angestellten immer wieder geraten, keine Wertgegenstaende auf der Strasse offen zu praesentieren, da viele Diebe auf Rollern unterwegs sind. So liessen wir die Kameras brav in der Tasche und aergern uns nun ueber kein einziges Bild aus Saigon.

Dafuer ein paar aus dem Mekong Delta.

Auf dem Mekong Speisekarte

Unsere Reise durch Vietnam war von langen Busreisen und traurigen Abschieden bestimmt. Im zentralen Hochland trafen wir auf einen Stand, an dem man viele kleine (lebende) Hundewelpen zum Verzehr fuer umgerechnet 25 US $ kaufen konnte. Waeren die Quarantaenebestimmungen am Frankfurter Flughafen nicht so strikt, waere das kleine Weibchen, dem ich schon liebevoll den Namen "Feinkost" gegeben hatte, auf grosse Reisen mit uns gegangen.

Unser naechster Stop, Hoi An, Unesco Welterbe, entzueckte durch Sauberkeit. Eine niedliche kleine Kolonialstadt direkt am Fluss, in der man sich Kleidung und Schuhe an jeder Ecke massschneidern lassen kann. Ein neues paar Lederhighheels mit Holzabsatz kann ja nie schaden.

Von Hoi An nach Ha Noi - die beste Reise bisher, da nicht in Schlafbus oder eng gedraengt im Localbus, sondern mit dem Zug. Ein ganzes Abteil fuer Marlene und mich, und dazu die wunderschoene Aussicht auf Berge, Reisfelder und Wasserbueffel.

Das viel gepriesene Hanoi beeindruckte uns weniger als erwartet. Hanoi ist das pure Chaos. Der Verkehr ist zwar langsam, dafuer aber halsbrecherisch. Wer auf eine Pause im Verkehr hofft,um die Strassen zu ueberqueren, kann lange warten. Wie uns eine weise Hollaenderin in Hoi An einmal sagte: "Augen zu und durch".

In Ha Noi treffen Tradition und Moderne hart aufeinander. Die Strassen sind uebersaet von Essenstaenden, um die sich tausende kleine rote Stuehlchen und Tischchen draengen und den Fussgaengern den Weg versperren. Wer nur wenig Zeit fuer eine Vietnamreise hat, sollte sich besonders in Hanoi aufhalten, um den Kulturschock voll auskosten zu koennen. Einen Ausflug wert ist auch die Halong Bucht, deren gruenes Wasser und felsige Inseln an die "Herr der Ringe" Szenerie erinnern.

Von Vietnam ging es nach Laos - eine 30 Stunden Fahrt ueber kurvige Strassen am Berg entlang.

Hakuna Matata

06April2013

Wie viel braucht der Mensch zum gluecklich sein? Nichts, so scheint es in Kambodscha. Auf langen Busfahrten durchs Land sieht man karge Felder, wackelige Bambushuetten auf Stelzen und abgemagerte Rinder, die mit dem Risiko leben muessen, auf eine der Minen zu treten, die immer noch in unbewohnten Gebieten im Boden lauern. An Orten wie den Killing Fields und dem Foltergefaengnis Tuol Sleng in Phnom Penh erschauert man bei dem Gedanken, dass noch Mitte der 70er Jahre unvorstellbares Grauen in Kambodscha herrschte.

Und doch sind die Kambodschaner ein ausgesprochen froehliches Volk. Besonders Kinder sieht man selten ohne Lachen im Gesicht. Natuerlich ist nicht alles Gold, das glaenzt. Das Laecheln gehoert zur Verkaufsstrategie vieler Maedchen und Jungen, die auf der Strasse Buecher, Armbaender und Essen verkaufen.

Phnom Penh, die Hauptstadt, besticht mit besonderer Haesslichkeit. Es ist dreckig, chaotisch und versmogt. An einem gewoehnlichen Tag sieht man die Sonne nur als neblige, runde Form am Himmel. Trotzdem, oder gerade deswegen, ist es unertraeglich heiss. Die Hitze steigert sich noch in Siem Reap, der Stadt im Norden, von der aus man das Tempelreich Angkor erkunden kann.

Angkor Wat bei Sonnenaufgang Menschenmassen vor Angkor Wat

Im Sueden bietet das Meer etwas Abkuehlung, allerdings muss man dazu weit hinausschwimmen. Das flache Wasser hat etwa Badewannentemperatur.

Sonnenuntergang in Otres Beach, Sihanouk Ville

Kuehler ist das Wasser auf Koh Rong, einer Insel vor Kambodschas Kueste, auf der man noch echte Inselabgeschiedenheit erleben kann. Nur einer der vielen Straende der Insel ist bewohnt, im Inneren ist nichts als Dschungel. Strom und fliessendes Wasser faellt oft stundenlang aus.Tagelang erholten wir uns hier von einem herben Rueckschlag: Marlenes Laptop wurde im Schlafbus gestohlen. Von wem oder was werden wir nie heraus finden, denn weder Busfirma noch Polizei schienen wirklich hilfsbereit.

Trotz unserer Angst, auch noch unsere letzten Wertgegenstaende zu verlieren, verliehen wir unsere Kameras an zwei kambodschanische Maedchen auf Koh Rong, die zu der Bande von Kindern gehoerten, die jeden Abend mit Backpackern am Strand rumalberten. Von Huckepackrennen bis Puderschlachten ist hier fuer jeden was dabei. Wir erhielten unserere Schaetze eine Stunde spaeter zurueck, die Speicherkarten voll bis oben hin mit Fotos von uns unbekannten Urlaubern aus den verschiedenen Bars am Strand.

Marlene erfreut die Dorfjugend mit ihrem magischen Feuergeraet Posing am Strand Ein Selbstportrait

Von Sihanoukville aus verliessen wir Kambodscha Richtung Saigon (oder Ho-Chi-Minh Stadt), Vietnam. Allerdings nicht per Schlafbus.

Welcome To My Paradise

27März2013

Vor der Kueste Lomboks liegen drei kleine Inseln, bekannt als die "Gilis": Gili Meno, Gili Air und Gili Trawangan. Ohne weitere Umschweife komme ich direkt zu den Fotos:

Traumhaft schoen und winzig klein erstreckt sich Gili Trawangan ueber acht Kilometer. Wer zu faul ist, die Insel in knapp zwei Stunden zu Fuss zu umrunden, mietet sich ein Fahrrad oder steigt in eine der kleinen Pferdekutschen. Roller und Autos gibt es nicht. Ebenso wenig wie Hunde. Ueberall wimmelt es nur so von Katzen, doch Hunde wurden von der Insel verbannt. Im Gegensatz zum hinduistischen Bali sind die meisten Menschen auf Trawangan Moslems und ueberzeugt davon, dass Hunde unsaubere Tiere sind. Keine Insel fuer mich, um darauf den Rest meines Lebens zu verbringen. So viel steht fest.

Aus der Pferdekutsche Eine der vielen Katzen

Die Freundlichkeit der Bewohner ist kaum zu uebertreffen. In drei Tagen auf Gili lernten wir so gut wie keine Reisenden kennen - dafuer die gesamte Besetzung der Reggae Band S2B, fuer die ich hier auch ganz unverhohlen Werbung machen moechte. Eine unglaublich gute Band mit beeindruckend gutem Saenger.

S2B live jammen mit den Jungs

Nach drei Tagen Strand, Schnorcheln und Reggae verabschiedeten wir uns, um das naechste Land zu erobern. Kambodscha.

Und wer haette das gedacht? In Kambodscha gibt es endlich wieder Hunde!

Maxie ist wieder gluecklich

 

 

 

 

Neue Abenteuer

22März2013

Bali gilt als das Mallorca der Australier. Hoffend auf die stillen, friedvollen Orte, die uns jedoch auch auf Bali empfohlen wurden, flogen wir trotzdem nach Denpasar - und fanden uns im Chaos wieder. Wer spaet abends in Kuta, der Partystadt der Insel ankommt, erlebt zunaechst einen echten Kulturschock. Gefahren wir irgendwie, Einheimische bedraengen jeden Touristen, der sich auf dem winzigen Gehsteig an ihnen vorbeizwaengt, wobei ihr Angebot von Mopeds ueber Armbaender bis hin zu Marihuana und Mushrooms reicht und zwischen all der Unruhe und dem Gedraengel sollte man dennoch immer aufpassen, nicht auf eine der winzigen Opfergaben zu treten, die staendig wie von Geisterhand ueberall auftauchen.

4 Kinder auf einem Roller Gesegnet seien die Bierkuehler Ein Autodach wird repariert

Schnell machten wir uns auf zu anderen Orten auf Bali: Tempel, Wasserfaelle, Straende. Wir liessen uns auch auf das abenteuerliche Angebot ein, einen Scooter zu mieten. Und natuerlich liessen blaue Flecken und Schrammen nicht lange auf sich warten.

vor den Reisfeldern Im Monkey Forrest Scooter fahren

Nach einigen Tagen verliessen wir Kuta und fuhren in Richtung Norden, nach Munduk, wo wir eine ueberaus anstrengende, aber auch lohnende Trekking Tour machten.

Aussicht von unserem Hotel in Munduk Essen in Munduk viel Regen im hohen Norden

Von dem Fischerdorf Amed aus - in dem wir einen wundervollen letzten Abend auf Bali mit der Dorfjugend verbrachten - ging es auf nach Gili Trawangan. Auf ins Paradies.

Traditioneller indonesischer Tanz in Amed

Home, Sweet Home

01März2013

Perth.

Was jauchzte mein Herz, als ich die Wolkenkratzer in der Innenstadt entdeckte. Natürlich kein Vergleich zur Skyline meiner Geburtsstadt Frankfurt aber immerhin die ersten Wolkenkratzer überhaupt in Australien für mich. Mit 1.7 Millionen Einwohnern ist Perth eindeutig die grösste Stadt in der ich seit 6 Monaten war. Und es ist eine echte Freude, wieder Strassenmusikanten zu hören, ins Kino gehen zu können, eine riesige Auswahl an Restaurants zu haben oder einfach nur Menschen hektisch zum Bahnhof hetzen zu sehen. Ich bin wohl ganz klar Stadtkind.

Perth bei Nacht

Um in so einer grossen (und teuren) Stadt überleben zu können, muss man arbeiten. Da jeder 0815 Kellnerinnenjob hier hart umkämpft ist, entschieden Marlene und ich uns dazu, auf unsere körperliche Stärke zu setzen. Und durch einige Beziehungen und Marlenes Erfahrungen in Melbourne wurden wir schliesslich zu Messearbeitern für "Expohire". Und die besten Arbeiter und einzigen Mädchen des ganzen Teams noch dazu.

Nicht nur der Körper muss gestählt werden, sondern natürlich auch der Verstand. Deshalb stieg ich schon bald auf einen Fundraisingjob um, den ich durch ein Jobinterview bekam, bei dem ich mich gegen 28 andere Bewerber durchsetzte. Als eine der wenigen nicht-englisch-Muttersprachler arbeitete ich drei Wochen für Amnesty International, indem ich Unterschriften auf der Strasse sammelte - zuerst für Syrien, dann für Frauenrechte in Afghanistan. Der Druck täglich eine bestimmt Anzahl von Unterschriften vorweisen zu können, die schlechte Bezahlung und die Langeweile, die entsteht, wenn man jede zwei Minuten dasselbe erzählt trieben mich vor ein paar Tagen wieder zurück zu Expohire. Trotzdem war die Arbeit für Amnesty International wirklich spannend und eine gute Möglichkeit, mein Englisch zu verbessern, sowie mein Französisch und Italiensch. 

Doch das verbessert sich sowieso von Tag zu Tag durch unsere Freunde in Perth. Ausser einer Menge Deutscher gibt es in Perth vor allem Italiener, Franzosen und Südamerikaner. Eine kurze Uebersicht der gesprochenen Sprachen in meinem direkten Umfeld:

Marlene und ich mit den Italienern (Giulio, Nico, Luca) Marlene und ich mit Valere (aus Frankreich) und Oscar (aus Venezuela) Marlene und Swantje aus Marburg (!) Nini (Deutsche) und ich direkt nach dem Piercen

Und viele, viele mehr, unter anderem Holländer (und ich habe die ausdrückliche Erlaubnis, Holländer anstatt Niederländer zu sagen), Koreaner, Engländer... 

Kaum zu glauben, dass es in etwas mehr als zwei Wochen schon heisst "Bye bye Australia, hello Asia". Nach über anderthalb Monaten Perth bin ich mir sicher, Freunde fürs Leben gefunden zu haben. Trotz allem Reisefieber wird es ein harter Abschied von unserer kleinen Perth Familie am 17. März.

Freude über echtes Brot beim Familienfrühstück im Park Nini bekommt Dreadlocks Mein Zimmer - der Treffpunkt für alle

Schlechtes Karma

18Jan2013

Das neue Jahr hegt eine eindeutige Abneigung gegen mich. Ob schlechtes Karma oder einfach nur Pech, seit Beginn unseres Roadtrips von Katherine nach Perth vor 16 Tagen haeufen sich die negativen Ereignisse.

Zunaechst genossen Marlene und ich aber noch den Aufenthalt im Haus unseres Reisepartners Willy, der in Katherine auf das Anwesen seines Bosses aufpassen durfte, waehrend die Familie in Bali Urlaub machte.

Ausblick von der TerasseSnoopy

Schon kurz nach unserem Aufbruch aus Katherine kam dann das Fieber. Zwei Tage Reise von Katherine nach Broome konnte ich noch ueberstehen, doch mit 40 Grad Fieber hatte ich nach unserer Ankunft keine andere Wahl, als ins Krankenhaus zu gehen. Notaufnahme, Diagnose: Niereninfektion und Dehydrierung.

Im Krankenhaus - 3 Tage / 24 h am Tropfeine geplatzte Ader im Auge vom starken Uebergeben

Ein echter Abenteurer laesst sich von so etwas nicht aufhalten, also sass ich nach drei Tagen Krankenhausaufenthalt mit viel Antibiotika wieder im Sattel. Ein bisschen was von Broome durfte ich dann auch noch sehen.

Cable Beach, BroomeWir mit Giovanni (ganz links) und Laura (rechts), die Marlene und Willy am Strand kennen gelernt hatten

Nach einer Nacht im Hostel ging es weiter, allerdings nicht weit, denn in Karratha kam uns ein Cyclone in die Quere. Zwei Tage warten in dem teuersten Hostel, in dem ich jemals in Australien war. Und in dem schaebigsten.

Shadow der Hostelhund

Auf der weiteren Strecke waren die Auslaeufer des Cyclons immer noch zu spueren, bei Exmouth in Form eines Sandsturms:

Also uebersprangen wir Exmouth und retteten uns auf einen netten Campingplatz direkt am Meer, nur um in der Nacht drei Mal weiter ins Innland zu ziehen, da unser Zelt immer wieder in der Flut stand. Und zum kroenenden Abschluss blieb das Auto im Sand stecken. Zum Glueck fanden sich am naechsten Morgen zwei Helfer mit passendem Gefaehrt, um uns aus dem Matsch zu ziehen.

Die naechste Pleite: Ein Ranger verscheuchte uns vom schoensten Campingplatz seit langem.

Direkt an der Klippe campen. Hier leider doch nicht.

Nachdem mich noch ein starker Ausschlag befallen hatte, kam der letzte, wortwoertliche Schlag ins Gesicht etwa zwei Stunden ausserhalb von Perth. Beim Aussteigen aus dem Auto knallte eine Windboe mir die Autotuer direkt gegen den Mund, so dass ich mich jetzt auf eine lebenslange Erinnerung an Australien in Form einer Narbe oberhalb meiner Lippe freuen kann.

 

Was auch immer es war, das mich so sehr daran hindern wollte, nach Perth zu kommen, es hat verloren. Wir sind in Perth, wir leben alle noch und natuerlich nehmen wir auch wunderschoene Erfahrungen von diesem Roadtrip mit:

80 Mile BeachEin getrockneter BabyhaiKuh an der StrasseShark BayShell BeachMonkey Mia, wo Delfine ganz nah ans Ufer kommensehr nahDeshalb heisst Shark Bay Shark BayKalbarri NationalparkKalbarriKaengurus im Yahchep NationalparkKoala im Yahchep NationalparkSpinne im Yahchep NationalparkPerthEndlich eine grosse Stadt

Merry Christmas from Darwin

28Dez2012

Merry Christmas!

Fröhliche Weihnachten aus dem meist 30 - 40 °C warmen Darwin. Schwüle Hitze und Tropenstürme statt Schnee und Frost.

Darwin ist klein. Wieder mal eine kleine Stadt. Eine kleine Stadt, die wir definitiv in der falschen Zeit erwischt haben. Dank der "wet season" sind die Strände wegen Krokodilalarm menschenleer und die berühmten Sonnenuntergangsmärkte wegen zu viel Regen geschlossen.

Ein Blick von weitem kann ja trotzdem nicht schaden, dachten wir uns und mieteten uns zwei Fahrräder, um das Naturreservat "East Point" einige Kilometer außerhalb von Darwin zu erkunden.

Krokodilgebiet? Vermutlich. Marlene macht die besten Fotos

Nur zu zweit in einem (nicht mehr ganz so) fremden Land auf der anderen Seite der Erde Weihnachten zu feiern ist vermutlich nicht immer schön, daher widme ich diesen Blogeintrag meinen wundervollen Eltern, die mit einer Spende das auf den folgenden Fotos zu sehende, schrecklich leckere Weihnachtsessen möglich machten.

Cheers! Freude über den Nachtisch

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